Zum Inhalt springen
Team GottschlichHundKatzeMensch

Mineralstoffe: kleine Elemente, große Wirkung

Stand: September 20254 Min. Lesezeit

Frische Petersilienblätter mit Wassertropfen
Foto: Tobias Doering / Unsplash

In der Beratung geht es meistens um das Offensichtliche: Fleischanteil, Getreide, ob das Futter vertragen wird. Mineralstoffe kommen selten zur Sprache – dabei entscheidet oft weniger die Menge als ihr Verhältnis zueinander.

Dieser Artikel erklärt, was Mineralstoffe im Körper tun, warum sie nur im Zusammenspiel funktionieren und worauf du achten kannst. Bei deinem Tier und bei dir selbst, denn die Grundlagen sind dieselben.

Was Mineralstoffe überhaupt tun

Mineralstoffe sind anorganische Nährstoffe. Der Körper kann sie nicht selbst herstellen – sie müssen über die Nahrung hineinkommen, Tag für Tag. Dort übernehmen sie vier Aufgaben gleichzeitig:

  • Sie bauen Struktur. Calcium und Phosphor stecken in Knochen und Zähnen.
  • Sie leiten Signale. Natrium und Kalium steuern, wie Nerven und Muskeln arbeiten.
  • Sie machen Enzyme arbeitsfähig. Magnesium und Zink sind an unzähligen Stoffwechselschritten beteiligt.
  • Sie transportieren. Eisen bringt Sauerstoff dorthin, wo er gebraucht wird.

Fehlt ein einziges Element, kann das gleich mehrere Funktionen betreffen. Das macht Mineralstoffe unauffällig und wichtig zugleich: Man merkt sie erst, wenn etwas nicht stimmt.

Makroelemente und Spurenelemente

Der Unterschied liegt in der Menge, nicht in der Bedeutung.

MineralstoffWofür der Körper ihn braucht
CalciumKnochen und Zähne, Muskelarbeit, Nervenleitung
PhosphorKnochen, Energiestoffwechsel
MagnesiumMuskeln und Nerven, Baustein vieler Enzyme
Natrium und KaliumWasserhaushalt, Reizleitung
EisenBildung roter Blutkörperchen, Sauerstofftransport
ZinkHaut, Fell und Haar, Wundheilung, Immunsystem
JodSchilddrüsenhormone und damit der ganze Stoffwechsel
SelenZellschutz, Schilddrüse

Makroelemente wie Calcium oder Magnesium braucht der Körper in Gramm-Mengen, Spurenelemente wie Jod oder Selen in Milligramm oder Mikrogramm. Zu wenig ist ein Problem – zu viel aber auch. Gerade bei Jod und Selen liegen Bedarf und Zuviel nah beieinander.

Warum das Verhältnis wichtiger ist als die Menge

Mineralstoffe arbeiten nicht nebeneinander her, sie beeinflussen sich gegenseitig. Ein Überschuss des einen kann die Aufnahme des anderen ausbremsen.

Calcium und Phosphor sind das bekannteste Paar. Bei Hund und Katze gilt ein Verhältnis von etwa 1,3:1 bis 1,5:1 als ausgewogen. Verschiebt es sich deutlich – etwa weil zusätzlich Calcium gegeben wird, obwohl das Alleinfutter längst genug liefert –, kann das gerade im Wachstum auf die Knochenentwicklung schlagen.

Natrium und Kalium halten gemeinsam den Wasserhaushalt im Gleichgewicht. Viel Salz kann außerdem die Calciumaufnahme stören.

Vitamin C und Eisen gehen in die andere Richtung: Vitamin C macht pflanzliches Eisen deutlich besser verfügbar. Beim Menschen heißt das schlicht Orangensaft zum Vollkornbrot.

Deshalb bringt es wenig, ein einzelnes Element gezielt „aufzufüllen". Sinnvoller ist eine Grundversorgung, in der das Verhältnis von vornherein stimmt.

Im Napf: Alleinfutter deckt den Bedarf

Ein Alleinfuttermittel ist per Definition so zusammengesetzt, dass es den täglichen Bedarf abdeckt. Ein gesundes Tier, das ein gutes Alleinfutter bekommt, braucht keine zusätzlichen Mineralstoffe.

Anders sieht es aus, wenn der Bedarf steigt – in der Trächtigkeit, beim Sport, in Belastungsphasen, im Alter – oder wenn selbst gekocht oder gebarft wird. Dann kann eine Ergänzung sinnvoll sein.

REiCO geht diesen Weg über Algen. REiCO Petmin+ besteht zu hundert Prozent aus Algen – Lithothamnion, auch Rotalgenkalk genannt, und Blasentang (Fucus). Daraus ergeben sich rund 15 % Calcium, 1,5 % Magnesium und Spurenelemente, wie sie in der Alge vorkommen. Gefüttert wird davon sehr wenig: 0,5 Gramm auf 10 Kilogramm Körpergewicht am Tag.

Auf dem Teller: was beim Menschen dazukommt

Für dich selbst gelten dieselben Grundlagen, nur mit anderen Quellen. Drei Dinge, die im Alltag wirklich etwas ausmachen:

Kombiniere klug. Vitamin-C-Quellen zu pflanzlichem Eisen. Salz sparsam einsetzen.

Koch schonend. Mineralstoffe halten Hitze gut aus, aber sie lösen sich ins Kochwasser. Wer es weggießt, gießt sie mit weg – also lieber dämpfen, kurz blanchieren oder das Wasser für Soße und Brühe nutzen.

Iss abwechslungsreich. Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, grünes Gemüse, Milchprodukte, Seefisch. Keine Ergänzung ersetzt das.

Ein Wort zur Säurelast

Ob ein Lebensmittel „sauer" oder „basisch" wirkt, beschreibt der PRAL-Wert – also wie viel Säure die Nieren am Ende ausscheiden müssen. Fleisch, Käse und Getreideprodukte erhöhen diese Last, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte senken sie.

In diesem Zusammenhang steht auch der basische Badezusatz REiCO Basmin für Voll- und Fußbäder. Er reinigt die Haut und ist Körperpflege – kein Nährstofflieferant. Mineralstoffe kommen über das Essen in den Körper, nicht über die Badewanne.

Wenn etwas fehlt

Anhaltende Müdigkeit, Muskelkrämpfe, Hautveränderungen, stumpfes Fell, Konzentrationsprobleme: Solche Anzeichen können auf eine unzureichende Versorgung hindeuten – müssen es aber nicht. Sie sind unspezifisch und haben oft ganz andere Ursachen.

Deshalb gilt in beide Richtungen dasselbe: abklären lassen, statt raten. Bei dir ärztlich, bei deinem Tier tierärztlich. Ergänzungen gehören danach, nicht davor.

Kurz zusammengefasst

Mineralstoffe sind die stillen Baumeister – sie stützen Knochen, steuern Nerven und Muskeln und halten den Stoffwechsel in Gang. Entscheidend ist nicht, möglichst viel davon zu geben, sondern ein Verhältnis, in dem sie zusammenarbeiten können.

Im Napf leistet das ein gutes Alleinfutter, ergänzt nur da, wo wirklich Bedarf ist. Auf dem Teller leistet es eine abwechslungsreiche Ernährung. Und wenn du unsicher bist, ob bei deinem Tier etwas fehlt: Frag uns, bevor du etwas dazugibst.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine Untersuchung, Diagnose oder Behandlung durch Tierarzt oder Arzt.

Fragen zu diesem Thema?

Wir schauen uns die Situation deines Tieres gemeinsam an – persönlich, kostenlos und ohne Druck.

Beratung anfragen